Serebrium
Es war einer jener Zufälle, welche das Leben ausmachen und vermutlich gar keine sind. Auf meinen Streifzügen durch die Wälder traf ich auf einen ungepflegten, alten Mann, der in einer selbst zusammengezimmerten Hütte hauste, die sich, gut getarnt, zwischen die Stämme von mehrern wundervollen, kräftigen Eschen schmiegte. Ich hätte ihn vermutlich gar nicht gesehen, wäre er nicht mit irrem Blick zwischen den Bäumen hervorgetreten. Er schien völlig fasziniert zu sein von Modrin, welcher gerade eine kleine Konversation mit einer der stattlichen Eschen begonnen hatte. Wobei - ich merkte rasch, dass es nicht Modrin war, welcher den alten Mann so interessieren zu schien, sondern Dralion. Er äugte misstrauisch zwischen den Ästen hervor. Seit einigen Tagen war er nicht so fit, und sein Schuppenkleid schimmerte momentan mattrot.
Der alte Mann deutete sprachlos auf Dralion, und ich begann mich zu fragen, ob er vollkommen übergeschnappt war oder ob es einen anderen Grund für sein merkwürdiges Verhalten geben könnte. Da drehte sich der alte Mann zu mir und winkte mir, ihm zu folgen - was ich tat (Neugier, dein Name sei Onlo). Im Schatten seiner schiefen Hütte begann er mich auszufragen, was Dralion für ein Ding sei (ja! er nannte ihn "Ding"!) und woher er komme, und immer wieder fragte er nach Serebrium. Ich erklärte ihm geduldig (zumindest am Anfang), dass Dralion ein Anatubischer Vulkan-Waldschnapper sei und vermutlich eines der letzten lebenden Exemplare dieser ururalten Rasse überhaupt und dass ich keine Ahnung habe, was Serebrium sei. Da verschwand er wortlos in seiner Hütte.
Kurz darauf tauchte er wieder auf, mit einem zerfledderten kleinen Buch in der Hand, welches er mir entgegenstreckte. Die Schrift auf dem Einband war verblasst, und mühsam entzifferte ich die Worte "Sagen aus dem Reich der Serebrium-Mine". Ich schaute den alten Mann fragend an. Ungeduldig schlug er das Buch auf, blätterte darin herum und deutete schliesslich auf eine Stelle. Ich las, und ich begann zu verstehen, weshalb der alte Mann so aufgeregt war. Was ich las war eine ziemlich präzise Beschreibung von Dralion - und sie hatte überhaupt nichts mit Anatubien und Vulkanen zu tun, sondern mit etwas, das "Serebrium" genannt wurde. Ich fragte den alten Mann danach, aber aus ihm war keine klare Antwort herauszubekommen. Als ich ihm das Buch zurückgeben wollte, winkte er ab, deutete (etwas ängstlich) auf Dralion, schüttelte dann heftig den Kopf und verschwand in seiner Hütte. Ich hörte, wie ein Riegel vorgeschoben wurde. Da stand ich nun, mit einem alten, zerfledderten Buch in der Hand und völlig verwirrt. Schliesslich packte ich das Buch in meinen Reisebeutel, und wir zogen weiter.
Die nächsten Tage verbrachte ich damit, das kleine Buch zu lesen, doch ich wurde nicht schlau daraus. Es schien, als wäre es eine Sammlung von Sagen und Märchen, bar jeder realen Grundlage, und doch gabe es immer wieder Passagen, welche so realistisch waren, dass ich mich weigerte zu glauben, dies seien bloss Auswüchse einer blühenden Phantasie. So beschloss ich, die mir bekannten grossen Bibliotheken aufzusuchen, um weitere Nachforschungen nach diesem merkwürdigen "Serebrium" zu machen.
Es war einer jener Zufälle, welche das Leben ausmachen und vermutlich gar keine sind. Auf meinen Streifzügen durch die Wälder traf ich auf einen ungepflegten, alten Mann, der in einer selbst zusammengezimmerten Hütte hauste, die sich, gut getarnt, zwischen die Stämme von mehrern wundervollen, kräftigen Eschen schmiegte. Ich hätte ihn vermutlich gar nicht gesehen, wäre er nicht mit irrem Blick zwischen den Bäumen hervorgetreten. Er schien völlig fasziniert zu sein von Modrin, welcher gerade eine kleine Konversation mit einer der stattlichen Eschen begonnen hatte. Wobei - ich merkte rasch, dass es nicht Modrin war, welcher den alten Mann so interessieren zu schien, sondern Dralion. Er äugte misstrauisch zwischen den Ästen hervor. Seit einigen Tagen war er nicht so fit, und sein Schuppenkleid schimmerte momentan mattrot.
Der alte Mann deutete sprachlos auf Dralion, und ich begann mich zu fragen, ob er vollkommen übergeschnappt war oder ob es einen anderen Grund für sein merkwürdiges Verhalten geben könnte. Da drehte sich der alte Mann zu mir und winkte mir, ihm zu folgen - was ich tat (Neugier, dein Name sei Onlo). Im Schatten seiner schiefen Hütte begann er mich auszufragen, was Dralion für ein Ding sei (ja! er nannte ihn "Ding"!) und woher er komme, und immer wieder fragte er nach Serebrium. Ich erklärte ihm geduldig (zumindest am Anfang), dass Dralion ein Anatubischer Vulkan-Waldschnapper sei und vermutlich eines der letzten lebenden Exemplare dieser ururalten Rasse überhaupt und dass ich keine Ahnung habe, was Serebrium sei. Da verschwand er wortlos in seiner Hütte.
Kurz darauf tauchte er wieder auf, mit einem zerfledderten kleinen Buch in der Hand, welches er mir entgegenstreckte. Die Schrift auf dem Einband war verblasst, und mühsam entzifferte ich die Worte "Sagen aus dem Reich der Serebrium-Mine". Ich schaute den alten Mann fragend an. Ungeduldig schlug er das Buch auf, blätterte darin herum und deutete schliesslich auf eine Stelle. Ich las, und ich begann zu verstehen, weshalb der alte Mann so aufgeregt war. Was ich las war eine ziemlich präzise Beschreibung von Dralion - und sie hatte überhaupt nichts mit Anatubien und Vulkanen zu tun, sondern mit etwas, das "Serebrium" genannt wurde. Ich fragte den alten Mann danach, aber aus ihm war keine klare Antwort herauszubekommen. Als ich ihm das Buch zurückgeben wollte, winkte er ab, deutete (etwas ängstlich) auf Dralion, schüttelte dann heftig den Kopf und verschwand in seiner Hütte. Ich hörte, wie ein Riegel vorgeschoben wurde. Da stand ich nun, mit einem alten, zerfledderten Buch in der Hand und völlig verwirrt. Schliesslich packte ich das Buch in meinen Reisebeutel, und wir zogen weiter.
Die nächsten Tage verbrachte ich damit, das kleine Buch zu lesen, doch ich wurde nicht schlau daraus. Es schien, als wäre es eine Sammlung von Sagen und Märchen, bar jeder realen Grundlage, und doch gabe es immer wieder Passagen, welche so realistisch waren, dass ich mich weigerte zu glauben, dies seien bloss Auswüchse einer blühenden Phantasie. So beschloss ich, die mir bekannten grossen Bibliotheken aufzusuchen, um weitere Nachforschungen nach diesem merkwürdigen "Serebrium" zu machen.


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