Die Rasur
Es kostete mich viel Kraft und Überwindung. Zwei Tage hatte ich die Schere in der Ecke bloss misstrauisch beäugt und zu ignorieren versucht. Doch eigentlich war ich neugierig.
Also hatte ich mich frühmorgens dann doch überwunden und die Schere gepackt. Dralion und Modrin schienen erleichtert, ich war wohl mit meiner düsteren Stimmung nicht die beste Gesellschafterin gewesen.
Der erste Schnitt war der schlimmste. Als die lange, dunkle Haarsträhne langsam zu Boden fiel, hielt ich inne und folgte ihr mit meinem Blick. Ich atmete nochmals tief ein, und dann arbeitete ich, ohne noch einmal nachzudenken. Bald war das Gras von braunen Haaren bedeckt. Ich empfand eine seltsame Befriedigung, als die letzte Strähne gefallen war. Wenn ich die Schriften richtig verstanden hatte, die Zeichen korrekt interpretiert und Herz und Seele in Einklang mit den Wäldern gebracht hatte, würde die Alte Onlo-Magie wirken.
Nun galt es bis zum Frühjahr zu warten (und warme Mützen zu tragen!). Erst dann würde ich sehen, ob sie die Wandlung vollziehen würde und ob ich wirklich ein weiteres, schwieriges Stück auf dem Weg zu den Alten Wäldern gemeistert hätte. Wenn die Wälder meine Anstrengungen akzeptieren und mich für ihrer würdig halten, wird im Frühling mit den ersten warmen Sonnenstrahlen mein Haar zu wachsen beginnen, wie die Bäume Blätter austreiben, und ehe der erste Vollmond nach La-cothron-Trathnona, der Tag-und-Nacht-Gleiche, die Welt in Silber taucht, wären meine Haare wieder fast gleich lang wie bis eben. Wenn nicht, würden sie Jahre brauchen, um auch nur annähernd die gleiche Länge zu erreichen.
Gedankenverloren hob ich eine der Strähnen auf, band sie mit einer kleinen Schlaufe zusammen und hängte sie an einen von Modrins Ästen. Die restlichen Haare verbrannte ich, wie es das Ritual verlangte.
Das Warten hatte begonnen.
Also hatte ich mich frühmorgens dann doch überwunden und die Schere gepackt. Dralion und Modrin schienen erleichtert, ich war wohl mit meiner düsteren Stimmung nicht die beste Gesellschafterin gewesen.
Der erste Schnitt war der schlimmste. Als die lange, dunkle Haarsträhne langsam zu Boden fiel, hielt ich inne und folgte ihr mit meinem Blick. Ich atmete nochmals tief ein, und dann arbeitete ich, ohne noch einmal nachzudenken. Bald war das Gras von braunen Haaren bedeckt. Ich empfand eine seltsame Befriedigung, als die letzte Strähne gefallen war. Wenn ich die Schriften richtig verstanden hatte, die Zeichen korrekt interpretiert und Herz und Seele in Einklang mit den Wäldern gebracht hatte, würde die Alte Onlo-Magie wirken.
Nun galt es bis zum Frühjahr zu warten (und warme Mützen zu tragen!). Erst dann würde ich sehen, ob sie die Wandlung vollziehen würde und ob ich wirklich ein weiteres, schwieriges Stück auf dem Weg zu den Alten Wäldern gemeistert hätte. Wenn die Wälder meine Anstrengungen akzeptieren und mich für ihrer würdig halten, wird im Frühling mit den ersten warmen Sonnenstrahlen mein Haar zu wachsen beginnen, wie die Bäume Blätter austreiben, und ehe der erste Vollmond nach La-cothron-Trathnona, der Tag-und-Nacht-Gleiche, die Welt in Silber taucht, wären meine Haare wieder fast gleich lang wie bis eben. Wenn nicht, würden sie Jahre brauchen, um auch nur annähernd die gleiche Länge zu erreichen.
Gedankenverloren hob ich eine der Strähnen auf, band sie mit einer kleinen Schlaufe zusammen und hängte sie an einen von Modrins Ästen. Die restlichen Haare verbrannte ich, wie es das Ritual verlangte.
Das Warten hatte begonnen.


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