Lar Tmava

Eine grossgewachsene, schlanke Onlo mit einem kleinen anatubischen Vulkan-Waldschnapper auf der Schulter.

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Standort: Baumzucht

Donnerstag, März 29, 2007

Das Geburtstagsgeschenk

Seit langem hatte ich schon geplant, meinen Geburtstag mit meinen Brüdern zu verbringen - bei ihnen, auf ihrem Anwesen. Rechtzeitig machte ich mich auf den Weg, um zur Tag-und-Nacht-Gleiche, meinem Geburtstag, bei ihnen zu sein.

Das Wiedersehen war unbeschreiblich. Erst da wurde mir bewusst, wie sehr sie mir fehlten. Einer mehr als der andere, am meisten jedoch Andhiel - der Älteste. Kaum mag ich mich erinnern, was wir all diese Tage gemacht haben. Die meiste Zeit haben wir wohl geredet und einfach die gemeinsame Zeit genossen.

Die Tag-und-Nacht-Gleiche begingen wir so, wie wir früher immer gefeiert hatten. Die Nacht war kalt und sternenklar. Lezhina, die vertraute der Familie Tmavy, führte die Traditionen durch und sprach die alten rituellen Worte, wie sie aus den Alten Onlo-Schriften überliefert wurden.

Es war schon spätabends, als Lezhina und Andhiel zu mir traten. Hinter ihnen sah ich, wie meine übrigen Brüder gespannt zu uns blickten. Andhiel und Lezhina musterten mich prüfend, konnten sich aber ein breites Lächeln nicht verkneifen. Dann drückte mir Andhiel ein kleines, in Leder gebundenes Päckchen in die Hand.

Sechs erwartungsvolle Augenpaare schauten mir zu, wie ich vorsichtig das Band löste und das Leder zurückschlug. Einen Moment lang war ich sprachlos - vor mir, auf dunkelgrünen Samt gebettet, lag mein zierlicher Anhänger! Ich hatte ihn am Vortag vermisst, und ich und meine Brüder hatten ihn gesucht, doch vergeblich.

Jetzt erst wurde mir klar, wieso meine Brüder bei der Suche nicht wirklich enthusiastisch vorgegangen waren. Verwundert blickte ich zu Andhiel, welcher jedoch nur Lezhina zunickte. Sie lächelte und begann dann mit ihrer sanften Stimme zu erklären:

"In seinem Innern brennt das Feuer der Trean: Sollte es dereinst verlöschen, verlässt das letzte Blut der Trean die Erde. So hat es dir deine Urgrossmutter Moudhra erzählt, und das zu Recht. Heute aber, zu deinem Geburtstag und zur Geburt des neuen Jahres, habe ich, mit Hilfe deiner Brüder, diesen Anhänger mit Alter Onlo-Magie belegt. In ihm spiegelt sich nun die Weisheit der Wälder, und manchmal wird dich einen Wimpernschlag lang eine Ahnung dieser Weisheit überkommen"

Verblüfft betrachtete ich den Anhänger. Das Feuer im Inneren, so schien mir, flackerte heute heller als sonst. Andhiel lächelt mir zu, nahm sanft den Anhänger und legte mir die Silberkette um. Heiss, aber sehr angenehm lag der Stein auf meiner Haut. Worte waren keine nötig, meine Brüder und Lezhina sahen mir wohl an, welch grosses Geschenk sie mir gemacht hatten!