Die Lärchenwurzel
Die Lärchenwurzel – ihre Bedeutung wurde mir mit einemmal sternenklar. Es war vor einigen Tagen, in einer jenen klaren, kalten Nächten, die der Winter mit sich bringt. Ich war am See des Friedens, und die Sterne spiegelten sich auf der Oberfläche. Der See sah aus, als würden unzählige kleine silberne Punkte auf ihm tanzen. Sie verschwammen zusehends, und statt des Sees entstand vor meinen Augen allmählich das Bild einer knorrigen Lärchenwurzel. In ihr duftendes Holz waren zahllose Zeichen eingeritzt und mit feinstem Silber ausgelegt. In eine breitere Stelle war ein feuerroter Stein eingelassen, welcher sanft im Sternenschein schimmerte.Ich versuchte die Zeichen zu erkennen, doch je mehr ich mich anstrenge desto undeutlicher wurden sie. Einige konnte ich entziffern – doch die anderen verschwammen, bis es nur noch silberne Muster waren. Ich weiss, dass ich die Zeichen erkennen muss, um meine Hand mit dem Onlo-Messer ruhig zu führen, wenn ich diese Zeichen in die Lärchenwurzel ritze.
Wenn ich intensiv schnitze und die Zeichen, welche ich sehe, auf die Wurzel zu übertragen suche scheint es mir, als ob sich die Lärchenwurzel erwärmen würde. Anfangs nur ein wenig, doch es wird mit jedem Zeichen intensiver. An einer der Verzweigungen scheint sich so etwas wie eine Vertiefung zu bilden, die von Tag zu Tag grösser wird. Noch ist mir unklar, was dies zu bedeuten hat. Nach langem suchen fand der Trödler Bernang ein Schnitzwerkzeug für mich, mit welchem ich die Feinheiten zu bewerkstelligen vermag.


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