Lar Tmava

Eine grossgewachsene, schlanke Onlo mit einem kleinen anatubischen Vulkan-Waldschnapper auf der Schulter.

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Standort: Baumzucht

Samstag, Januar 21, 2006

Der Weg

Sehr verwirrend waren die letzten Tage. In meinem Kopf jagen sich die Gedanken. Ich habe viel Zeit damit verbracht, über mich nachzudenken, über den Weg, welchen ich zukünftig begehen will. Doch wie ich es auch drehte und wendete, ich konnte keinen Entscheid fällen, und auch die Zeit, welche üblicherweise verborgene Wünsche langsam sichtbar macht, schien sich gegen mich verschworen zu haben.

Sehr hektisch waren die letzten Tage. Es scheint, als herrsche eine Zeit des Aufbruchs. Ich sah verschiedentlich, wie Wesen ihre Gemeinschaften verliessen, um sich über sich selbst und ihren weiteren Weg klar zu werden, um etwas Abstand zu gewinnen. Ich erlebte mit, wie sich gar innerhalb meiner eigenen Gemeinschaft Wesen grundlegend veränderten. Phares wurde zum Händler, um seine friedlichen Absichten zu verdeutlichen und Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Argovier hingegen trat in die Fusstapfen seines Vaters, legte das Gewand des Arbeiters ab und wurde nun auch äusserlich zu dem, was er in seinem Herzen schon immer gewesen war: ein Kämpfer. Zu meiner grossen Trauer wandte sich jedoch eine Onlo vom Bündnis ab und trat in die Reihen der Zusammenkunft, um fortan als Sera in der Dunkelheit zu harren. Tief sind ihre Beweggründe, und noch habe ich nicht die Hoffnung aufgegeben, sie bald wieder in den Reihen von MIMO begrüssen zu dürfen.

Sehr klärend waren die letzten Tage. Lange sass ich an meinem Lieblingsplatz auf der Lichtung und schaute in das Feuer, welches ich vor mir in die Luft beschwor. Dies ist eine alte Form von Onlo-Magie, und in den Flammenzungen werden die Wesen offenbar, die in der Umgebung umherwandern. Die Flammen flackerten unruhig und düster. Ich sah die Wesen in meiner Nähe, unheimlich beleuchtet.

Doch je länger ich in die Flammen starrte, desto verschwommener wurden einige der Wesen und verschwanden schliesslich ganz, obwohl ich wusste, dass sie ganz in der Nähe waren. An ihre Stelle traten Wesen, welche weit entfernt waren, zu weit, um eigentlich in den Flammen zu erscheinen und doch sah ich sie ganz deutlich. Ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Meine Augen mussten mich täuschen. Aber – weshalb sah ich einige Wesen, und andere nicht?

Angestrengt versuchte ich, mehr zu erkennen. Wenn es nicht das erhellende Feuer sein konnte, so mussten die Bilder aus meinem inneren Feuer kommen, und dies musste einen Grund haben. Lange Zeit blickte ich in die Flammen, und je länger ich schaute, desto mehr liess das unruhige Flackern des Feuers nach, desto heller und klarer brannte es. Zum ersten Mal seit langem spürte ich eine angenehme, warme Ruhe in mir aufsteigen. Ich merkte, wie nicht länger mein Feuer von meinen Kräften zehrte, sondern im Gegenteil mein Feuer meine Kräfte nährte – so, wie es einst war.

Endlich erkannte ich, was ich in den Flammen sah: meine Zukunft. Ich sah die Wesen, welche mir am Herzen lagen, und es waren Wesen sowohl vom Bündnis als auch von der Zusammenkunft. Und da erkannte ich, sah ich die Antwort, welche ich so lange gesucht hatte:

Meine Gemeinschaft erlebt eine Zeit der Veränderung, und es ist meine Aufgabe, für sie, für die Wesen, die mir etwas bedeuten da zu sein, sie zu unterstützen, ihnen Beistand zu leisten, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit.