Lar Tmava

Eine grossgewachsene, schlanke Onlo mit einem kleinen anatubischen Vulkan-Waldschnapper auf der Schulter.

Mein Foto
Name:
Standort: Baumzucht

Sonntag, Februar 18, 2007

Die Feuerlaub-Echse

Sehr vorsichtig und nicht weniger neugierig zwängte ich mich durch den schmalen Eingang oben in Torihn. Lange hatte ich die Höhle beobachtet, und nun schien es mir, als ob sie leer stünde. Dunkelheit umfing mich, doch sogleich flackerten einige kleine Flammen an Plamen Lesa auf und warfen einen Lichtkreis auf den Boden.

Trockene Zweige knackten unter meinen Füssen. Dralion schien sich erstaunlich wohl zu fühlen hier unter der Erde. Er schwuppte flugs hierhin und dorthin, und lediglich die zarten Restschwaden seiner Dampfwölkchen zeugten von seinem Weg.

Neugierig blickte ich mich um. Der Geruch von Holz und Laub lag in der Luft. Die Höhle war grösser, als ich es vermutet hatte, und überall lagen Blätter und kleine Zweige auf dem Boden. Hier und da glaubte ich einen Schatten vorbeihuschen zu sehen. Kleine Lichtschimmer flohen über den Boden. Erst glaubte ich, dass es Reflektionen von Plamen's Flamme waren, doch dann realisierte ich, dass es sich um etwas anders handeln musste.

Plötzlich stockte ich. Dralion hatte etwas entdeckt, das ihn sehr überraschte, das spürte ich sofort. Ich wartete darauf, dass er sogleich neben mir auftauchen würde, doch nichts dergleichen geschah. Alle Muskeln waren angespannt, bei mir und bei Dralion. Vorsichtig einen Fuss vor den andern setztend und darum bemüht, möglichst wenig Lärm zu machen, schlich ich zu Dralion. Sein Schuppenkleid leuchtete röter als üblich im Widerschein der Flamme. Doch es war nicht das Licht, dass die Farbe auf den Vulkan-Waldschnapper gezaubert hatte.

Am Boden, Dralion gegenüber, Aug in Aug, stand eine kleine Echse. Auf ihrem Körper entzündeten sich immer wieder kleine Flammen. Dralion stand da wie paralysiert, und auch ich konnte mich kaum bewegen. Schliesslich, als hätten sie sich wortlos abgesprochen, machte Dralion einige kleine Schritte nach rechts, und ebenso tat es die flammende Echse. Verblüfft schaue ich zu, wie die beiden so eine ganze Runde drehten.

Unvermittelt löste sich die gesamte Anspannung. Dralion verschwand in einem Dampfwölkchen, und raschelnd eilte die kleine Feuerechse über die Zweige. Verwirrt schüttelte ich den Kopf und steuerte auf den Ausgang zu und wusste Dralion bei mir. Erst als ich mein Baru-Lager inspizierte, fiel mir das helle Flackern auf: Die Feuerechse sass frech auf einem Lagerfass.

Sie verliess uns auch die nächsten Tage nicht. Dalba, so wird sie gerufen, ist eine energische, kleine Feuerlaub-Echsen-Dame, und Dralion - und damit ich - sind jeden Tag aufs neue von ihr fasziniert. Manchmal kann sie schrecklich nervend sein, aber sie hat eine sehr eigene Art, sich durchzusetzen, und sie ist uns in der kurzen Zeit schon sehr ans Herz gewachsen.